TARA Atelier

  
TARA
Tanja Rauschtenberger

Diplom Designerin
Freischaffende Künstlerin

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52072 Aachen, D

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Zur Kunst: "Naturraum Wasser" (2011)

 

Naturraum Wasser

Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker

    

    Das Interesse für Natur hängt bei Tanja Rauschtenberger im wesentlichen mit dem Wasser zusammen, mit den Bewegungen des Wassers oder unter Wasser - von der Quelle bis zum Ozean. Die größeren Bildtafeln sind Abstrahierungen von Unterwasserlandschaften in zartgedämpften Farben. Als Taucherin ist ihr das Phänomen geläufig, dass das Medium Wasser im Unterschied zu Luft dazu führt, dass der Blick wie durch eine Vergrößerungslinse hindurch geweitet wird und panoramaartige Züge annimmt. Was die Künstlerin interessiert, sind die durch Strömungen und Unterwasserflussläufe erzeugten Strukturen bislang so kaum gesehener Landschaften, dargestellt als schematisierte Flächigkeit. Verbunden wird diese Neugier auf den Lebensraum Wasser mit einem Interesse an Fischen und den mit Ihnen verbundenen Mythen. Da gibt es einmal den Wels, der in Japan als eine Art Erdbebenanzeiger gilt, weil er schon geringe elektromagnetische Spannungsveränderungen im Vorfeld bemerkt und dann an die Oberfläche schwimmt.

        Das zweite Beispiel ist der fliegende Fisch, der 1,5m weit und bis zu 5m hoch springen kann und so seinen Feinden außerhalb des Wassers zu entkommen vermag. In diesem thematischen Umfeld hat das Thema Blau eine große Bedeutung und so kommt auch im Stapel großer quadratischer blauer Kissen das "Blaukissen" als Titel zur Sprache. Das "Blaukissen", dass als Steingartenpflanze in südlichen Ländern sehr beliebt ist. Assoziation und Analogie sind also das Rüstzeug, dass die Themenwahl der Künstlerin prägt. So kommt es auch wiederum zu einem Wortspiel, das figürlich umgesetzt wird bei einer Gruppe Gipsspatfiguren mit stilisierten Fischköpfen, die unter dem Titel "der Fisch stinkt vom Kopf her" auf Managementstrukturen großer Betriebe und Beamtenapparate etwa Bezug nimmt, in denen die Chefetage durch Fehlentscheidungen Schaden hervorruft.

        Das ist zur Redewendung geworden, weil das Hirn der vergänglichste Teil eines Fisches ist und am schnellsten geruchsintensiv verdirbt. Schließlich ist auch noch die nahe Maas als fischgeprägte Flussregion in kleinen Leinwänden präsent, über die Kordeln wie Gitarrenseiten bzw. Wellen gespannt sind, unter denen aus Stoff genähte zeichenhafte Fische schwimmen, von Weißhöhungen wie von Flussschlick überzogen - wie Ware die der Fluss im Gepäck mit sich führt. Mitunter hat man den Eindruck die Fischsignets könnten auch Kartensymbole einer Unterwasserlandschaft sein, Zeichen eines sehr distanziert gewordenen Verhältnisses zum Naturraum Wasser, das als Stoff zu den unverzichtbarsten Lebensmitteln der Erde gehört.

Text: Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker, 2011