TARA Atelier

  
TARA
Tanja Rauschtenberger

Diplom Designerin
Freischaffende Künstlerin

Atelier und Büro:
Adele-Weidtman-Str. 36
52072 Aachen, D

E-Mail :
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Web :
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TARA Zur Kunst

Tanja Rauschtenberger “inspired by nature” Fondation Hodiamont Baelen (26.11.-4.12.2016)

Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker, Aachen 2017

Tanja Rauschtenbergers Arbeiten handeln im weitesten Sinne von der Natur, aber nicht wie im Sinne einer illusionistischen Naturstudie, sondern als zeichenhafte Verkürzung und versachlichende Zusammenfassung einer ganz anderen Welt, nämlich der unter Wasser. Rauschtenberger ist seit langen Jahren Taucherin und damit dem Meer verbunden. Bilder von bunten Fischen in Korallenriffen und gleitenden Walen und Delphinen waren erste geteilte Vorstellungen vom Leben unter Wasser. Derlei Bilder wollte Tanja Rauschtenberger jedoch nicht reproduzieren, die kaum von Bildern aus Aquarien zu unterscheiden wären, denn sie vermitteln nichts vom Raum des Meeres und einem Unterwasserdasein. Meist ist in Rauschtenbergers Arbeiten fast analytisch ein türkisblauer Farbton gewählt. Die seriellen Bildreihen unterscheiden sich aber. Von puren einfarbigen Meeresbodenstrukturen über Untergrundformationen und Pflanzenkürzel bis zu farbigen Korallenbeeten werden Unterwassererfahrungen einzeln abgearbeitet. Es gibt abhängig von den Sandstränden und örtlichen Gesteinen schwarzen, weißen, braunen oder rötlichen Sand auf dem Boden. Riffe können aussehen wie Blumenbeete. Es gibt großformatige Muschelformen und als Synonym für tentakelig bewegtes Leben die wiederkehrende Silhouette von Seeanemonen, die als Kürzel abstrahiert sind und nicht naturalistisch erscheinen. In einigen kleineren Arbeiten ist diese Wahrnehmung unter Taschenlampenspotlight und Farbveränderung thematisiert. Fremdfarbig blau, grün oder rosa bilden Bilder dieses Empfinden sachlich ab. Unter Wasser gibt es auch eckige Formen, Felskanten z.B. . Tanja Rauschtenberger stellt diese Welt nicht klassisch realistisch dar, sondern sucht Metaphern für das Leben, Empfinden und Bewegen in einem anderen Medium, einem Wasserraum und nicht einem Luftraum. Um die Aquariumssituation zu vermeiden, sind keine Fische abgebildet. Da die Künstlerin ausgebildete Designerin ist, hat sie zeichenhafte Strukturen und Abstraktionen erlernt. Neben informell verwaschenen Formwelten, die etwas von den diffusen Übergängen und der Stimmung unter Wasser mittragen sollen, sind es vor allem zeichenhafte signethafte Kürzel, die für das Leben dort stehen sollen. Es geht darum, etwas Allgemeines über das schützenswerte Meer zu vermitteln und nicht illusionistisch Spezielles auszudrücken. Fotografien und unter besonderen Voraussetzungen Zeichnungen sind möglich, aber die Bilder entstammen im wesentlichen der Erinnerung. Es sind Zusammenfassungen einer Erfahrung, “inspired by nature”.
Dr. Dirk Tölke, Auszüge Text 2017

Jetzt – Zeit oder gewordenes als Ausdrucksmittel einer Naturmalerei

Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker, Aachen, den 02.02.2014

Tanja Rauschtenberger hat ein Augenmerk auf die Natur und ist unter den Elementen speziell vom Wasser fasziniert. In ihrer aktuellen Bildserie thematisiert sie das Meer, dem sie sich ganz real als Strandläuferin und als Taucherin genähert hat. Ihre Faszination drückt sich künstlerisch aus, d.h. sie verbindet Farbe, Form und Material zu einer Bildsprache, die etwas von ihrer Erfahrung mit dem Meer auf zeichenhafte Weise zum Ausdruck bringt, wobei sie auf eine lange Tradition symbolischer Mittel zurückgreifen kann. Neben diesem fokussierten und abstrahierten Kerngehalt des Naturphänomens und seiner Kraft geht es aber auch um die Verbildlichung einer Haltung zum Meer und den gemischten Gefühlen von Faszination und Sorge, denen die diesbezüglichen Erfahrungen einer reichen Flora und Fauna unter Wasser, einer turbulenten Wellenphysik, einer unendlichen Weite und einer durch den Menschen und seine Technik und Warenproduktion beeinträchtigten Umwelt zu Grunde liegen. Das Meer ist ein bislang nur zu 3 % erforschter Kosmos und es ist durch Umweltschäden bedroht.
In der Philosophie, etwa bei Karl Jaspers oder in der Poesie, etwa bei Siegfried Lenz, sind diese Wasserwelten ein Gleichnis für die Transzendenz und Unendlichkeit des Seins, für das Wagnis des Menschen, das Unbekannte zu ergründen. Die Küste, das Ufer ist die Zone, in der sich die Elemente, der Mensch und das Meer begegnen. Hier formen Wind und Wellen stetig und in langen Zeiträumen um, hier landet Strandgut an, hier ankern Boote und hier kommen Menschen im Naturerlebnis zu sich selbst und zu Sonnenbräune.
Dieser Zone widmen sich die Arbeiten von Tanja Rauschtenberger, die Malerei mit Assemblagen kombinatorisch verknüpfen, ohne in dieser Form der Objektcollage surreal zu werden. Der Reichtum und die emotionale Bereicherung der Natur werden in Farbe und Materie sichtbar.
Tanja Rauschtenberger hat an zahlreichen Stränden dieser Erde Sand gesammelt, der ganz unterschiedliche Färbungen aufweist und hat so ein Mittel gefunden den Reichtum und die Verschiedenheit der Natur zeichenhaft darzustellen. Dazu kommen Fundstücke und Strandgut, die sie vorrangig wegen ihrer gewordenen Struktur gesammelt hat. Diese Oberflächen haben Sonne und Witterung, Seegang und Chemie verändert und geformt, sie sind gezeichnet durch eine Struktur und Färbung, die Zeit gebraucht hat. Das kann man nicht mit frischen Malmaterialien adäquat imitieren. Die Aura des Alterungsprozesses, der Lebens- oder Verfallsgeschichte, des Gewordenen ist Teil der Objekte geworden.
Da Tanja Rauschtenberger in ihrem künstlerischen Werdegang von Textilien und gestalterischen Konzepten des Produkt- und Industriedesigns geprägt wurde, hat sich bei ihr eine Ausdruckstendenz verstärkt, die Struktur und Oberfläche besonders in den Blick nimmt. Dabei handelt es sich sowohl um die jeweils sichtbaren Außenformen, als auch um das durch den Produktionsprozess bekannte Geschehen unterhalb der Oberfläche, im speziellen Fall, also nicht nur um die Struktur von Fundstücken, Leinwandfarben oder Meeresoberflächen, sondern auch um sichtbare Schichtungen, assoziierbare Formwelten und die Welt in der Tiefe der Meere.
Textur, Struktur und Oberfläche, die in Textilien und Teppichmustern eine offensichtliche Rolle spielen, tun es auch in diesem Objektzyklus, bei dem es darum geht, die Natur genau zu beobachten und Bilder zu schaffen, in denen die Natur in einer allgemeinen Form eine Rolle spielt und zugleich darauf hingewirkt wird, sie im Detail zu beobachten.
Sand von verschiedenen Stränden weltweit ist verarbeitet. Strukturen, Farben, Dinge, die hinzugefügt wurden, farblich sind verschleiert, verunklärt und verwoben: durch Wellen und Wind in der Realität und durch Farbvermengungen und –überlagerungen in der künstlerischen Bildanlage, aber immer so dezent, dass man den Eindruck hat, da ist Bewegung im formalen Strich der Farbsetzungen und an den Formgebungen der Objekte zu sehen, aber diese Bewegung scheint sehr langsam, mit der Zeit entstanden, nicht mit Willenskraft erwirkt.

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Naturraum Wasser

Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker, 2011

    

    Das Interesse für Natur hängt bei Tanja Rauschtenberger im wesentlichen mit dem Wasser zusammen, mit den Bewegungen des Wassers oder unter Wasser - von der Quelle bis zum Ozean. Die größeren Bildtafeln sind Abstrahierungen von Unterwasserlandschaften in zartgedämpften Farben. Als Taucherin ist ihr das Phänomen geläufig, dass das Medium Wasser im Unterschied zu Luft dazu führt, dass der Blick wie durch eine Vergrößerungslinse hindurch geweitet wird und panoramaartige Züge annimmt. Was die Künstlerin interessiert, sind die durch Strömungen und Unterwasserflussläufe erzeugten Strukturen bislang so kaum gesehener Landschaften, dargestellt als schematisierte Flächigkeit. Verbunden wird diese Neugier auf den Lebensraum Wasser mit einem Interesse an Fischen und den mit Ihnen verbundenen Mythen. Da gibt es einmal den Wels, der in Japan als eine Art Erdbebenanzeiger gilt, weil er schon geringe elektromagnetische Spannungsveränderungen im Vorfeld bemerkt und dann an die Oberfläche schwimmt.

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Bewegtes Leben - sinnlich schlichter Reichtum

Dr. Dirk Tölke, Kunsthistoriker, 2009


    Die Diplomdesignerin und seit 1994 freischaffende Aachener Künstlerin Tanja Rauschtenberger hat sich im Laufe ihrer Ausbildung auch mit Textilgestaltung intensiver auseinandergesetzt, was zunächst an einigen ihrer ausgestellten Werke auffällt.

    Thematisch eint die Arbeiten das Thema Natur, speziell die Tiefsee. Dieser besondere Blick auf die Natur im und am Wasser, die die Künstlerin schon länger beschäftigt, hängt auch mit ihrer Erfahrung als Taucherin zusammen. Das Besondere beim Tauchen ist, dass dort unten in einem Bereich bis ca. 10 Meter Tiefe, wo durch das Restlicht noch alles gut sichtbar ist, langsam ganz andere Farbstimmungen entstehen. Man gewahrt dort genauso Landschaften, verändert dadurch, dass das Leben und das Sehen in einer etwa 10%igen Vergrößerung stattfindet.

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Fluß des Lebens

Dr. Silke Röckelein, Kunsthistorikerin, 2008

 

    In ihrer künstlerischen Arbeit thematisiert Tanja Rauschtenberger den "Fluss des Lebens" (Entstehung, Entwicklung, Vergehen). Es geht ihr dabei insbesondere um die Vielfalt der Natur,ihrer Erhaltung und Wertschätzung wobei sie den Meerestieren besondere Beachtung schenkt. Die Gemälde der Künstlerin entstehen auf klassische Art, auf Leinwand und Tuch, während sie für ihre Objekte Gegenstände des Alltags und der Natur wählt.

    Tanja Rauschtenbergers Arbeit ist vielschichtig, sie zeigt sowohl die Funktionen erinnert an den Reichtum der Natur, kritisiert ihre ungehinderte und ungesteuerte Ausbeutung, sie birgt aber zugleich die Hoffnung für Positives.


(Auszug aus dem Katalog Land Art Festival, Monschau 2008)

 

 

Zur Kunst

Dr. Nadya Bascha, Kunsthistorikerin M.A.

 

    Der Bezug zur Natur ist ein grundlegender Aspekt der künstlerischen Arbeit von Tanja Rauschtenberger. Formationen aus der Botanik wie Strukturen von Früchten und Blättern sind ebenso Bestandteil ihres Werkes wie Tiere und Pflanzen der Unterwasserwelt.

    In ihrer aktuellen Arbeit befasst sich Tanja Rauschtenberger mit Seetieren Korallen, Seescheiden, Tintenfischen und anderen Kopffüßlern - welche die Künstlerin in ihrem natürlichen Lebensumfeld darstellt. Als passionierte Taucherin erlebt sie die Unterwasserwelt der Meerestiere unmittelbar. Die Faszination des Meeres, die Sehnsucht, das Meer in seiner Tiefe zu ergründen, übt seit jeher eine große Anziehung auf die Künstlerin aus. Bei ihren Tauchgängen erfährt sie die grenzenlose Freiheit der Unterwasserwelt als ein Universum, das in seiner Beschaffenheit ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist als das Land.

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